· News

Sanitätsdienst Runterra

Zwei Sanitäterinnen behandeln eine Verletzung an einem Fuß.

Beim Runterra Race bei Zirndorf stellten sich am 19. September 2026 rund 1.500 Teilnehmende einem herausfordernden Lauf durch Wasserlöcher, schlammige Passagen und über zahlreiche Hindernisse. Für ihre Sicherheit sorgte auch in diesem Jahr die BRK-Bereitschaft Zirndorf.

„Einfach ein Pflaster drauf, das geht schon“, sagt der Mann, der auf einem Stuhl im Sanitätszelt sitzt. Die Laufbekleidung, die er trägt, ist durchnässt. Ob vom Schwitzen oder den Wassergräben des Hindernisparcours, lässt sich auf den ersten Blick kaum sagen. Vermutlich von beidem. Am rechten Schienbein hat er eine Schürfwunde, die eine Sanitäterin der BRK Bereitschaft Zirndorf gerade behandelt.

Wurden der Kinder- und Erwachsenenlauf bisher getrennt am Freitag und Samstag veranstaltet, so finden beide Läufe dieses Jahr am selben Tag statt. Es ist 14 Uhr und die Erwachsenen haben das Rennen bereits hinter sich. Maximal drei Mal dürfen sie den sechs Kilometer langen Hindernisparcous durchlaufen. In einer halben Stunde starten die Kinder ihren Run durch das unebene Gelände. Dennoch geht es im Sanitätszelt noch hoch her. Immer wieder kommen Läuferinnen und Läufer in Sportbekleidung - von oben bis unten voller Schlamm. Sie wollen sich vor der Heimreise die Verletzungen versorgen lassen, die sie sich während des Wettkampfs zugezogen haben. Oftmals sind es kleinere Blessuren wie Schürfwunden oder Prellungen. Ihren Lauf deshalb unterbrechen wollen die wenigsten. Beim Runterra Race geht es vor allem um Abenteuer, Action und Teamgeist, denn einige Hindernisse können nur mit Hilfe anderer überwunden werden. Das zeigt sich auch in der Stimmung unter den Teilnehmenden. Trotz der physischen Herausforderung steht für die meisten der Spaß am gemeinsamen Erlebnis im Vordergrund.

Wie jedoch bei den meisten Großsportveranstaltungen kommt es auch hier immer wieder zu verletzungsbedingtem und daher unfreiwilligem Ausscheiden aus dem Rennen. „Die wohl schlimmste Verletzung heute war eine Kopfplatzwunde gleich zu Beginn des Rennens, die im Krankenhaus genäht werden musste. Ein anderer Patient wurde zum Ausschluss eines Pneumothorax ebenfalls in das Krankenhaus gebracht“, berichtet Einsatzleiter Hans Weiß. Er ist heute einer der 21 ehrenamtlichen Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler der BRK-Bereitschaft Zirndorf, die den Sanitätswachdienst leisten. Bereits am Dienstag vor der Veranstaltung haben sie ihr großes Behandlungszelt aufgebaut, in dem insgesamt acht Feldbetten, zwei davon abgetrennt in einem Separee, stehen. Auf großen Tischen sind Pflaster, Verbände, Kühlpacks und vieles mehr an medizinischem Material aufgereiht. Im Eingangsbereich werden die Patientinnen und Patienten registriert. Die Versichertenkarte muss hier niemand vorzeigen, dennoch wird genau dokumentiert, wer welche Verletzung hat, und welche Behandlung erhält. Vor dem Zelt, das gut sichtbar direkt am Eingang zum Veranstaltungsgelände aufgebaut ist, warten der Krankentransportwagen und Rettungswagen auf ihren Einsatz. An den Hindernissen mit Wasser werden die Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler von den Kollegen der Wasserrettung unterstützt. Um während des Laufs jederzeit verletzte Menschen aus dem unwegsamen Terrain holen zu können, stehen zudem Fahrtragen bereit. Werden die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer benötigt, informiert sie das Veranstaltungsteam per Funk oder Mobiltelefon. Verletzte werden, sofern es deren Zustand zulässt, im sogenannten „Load-and-Go-Verfahren“ aus dem Gelände heraus zum Behandlungszelt gebracht. Dort arbeiten mehrere Teams parallel, versorgen Verletzungen oder kümmern sich um erschöpfte Sportlerinnen und Sportler. 

Dieses Mal wurden knapp 30 Teilnehmende behandelt, hinzu kommen noch kleinere Verletzungen. Zwei Patienten mussten zur weiteren medizinischen Behandlung sogar rettungsdienstlich in Krankenhäuser gebracht werden. Mit Veranstaltungsende ist die Arbeit jedoch nicht vorbei: Alles muss auch wieder abgebaut, gereinigt, aufgefüllt und verstaut werden. Alles in allem beläuft sich die Arbeitszeit für diesen Sanitätswachdienst auf rund 300 Stunden.