Die Anfänge der Wasserwacht-Ortsgruppe Fürth liegen weitgehend im Dunkeln. Gründungsunterlagen existieren nicht mehr. Als historischer Beleg dient jedoch ein Schreiben vom 9. April 1946, das den Auftrag zur Gründung einer Ortsgruppe in Fürth dokumentiert und damit als Grundstein der heutigen Kreiswasserwacht – die inzwischen durch die Ortsgruppe Großhabersdorf, Langenzenn und Zirndorf komplementiert wird – gilt. Bereits wenige Jahre später soll am Fürther Flussbad eine erste Wasserrettungsstation geplant worden sein.
Seitdem hat die Organisation bewegte Jahrzehnte erlebt. „Es gab Höhen und Tiefen“, blickte Erich Kretschmar, Vorsitzender der Kreiswasserwacht Fürth, zurück. Besonders kritisch wurde die Lage Anfang der 1970er Jahre. Damals stand die ehrenamtliche Gemeinschaft zeitweise kurz vor der Auflösung. Heute zeigt sie sich jedoch breiter aufgestellt und leistungsfähiger denn je.
Neue Herausforderung für die Wasserwacht
Während sich die Arbeit früher nahezu ausschließlich auf die Rettung aus dem Wasser konzentrierte, sind die ehrenamtlichen Wasserretterinnen und Wasserretter inzwischen auch als Fachsanitäterin bzw. Fachsanitäter ausgebildet. Sanitätsdienste gehören zum festen Aufgabenportfolio. Die Ortsgruppe engagiert sich im Katastrophenschutz, stellt eine Schnelleinsatzgruppe (SEG) Boot. Und auch in der Schwimmausbildung von Kindern engagiert sich die Fürther Wasserwacht. Aus Ruderbooten wurden motorisierte Einsatzfahrzeuge, aus Funkgeräten moderne digitale Kommunikationssysteme. Regelmäßige Fortbildungen sichern zudem die Einsatzbereitschaft der Ehrenamtlichen.
Die Herausforderungen wachsen jedoch, die Bedeutung der Wasserwacht nimmt durch die Folgen des Klimawandels weiter zu. Hochwasserlagen fordern die Einsatzkräfte zunehmend auch abseits von Badegewässern und Flüssen. Darauf verwies auch Landrat Bernd Obst, Vorsitzender des Fürther BRK-Kreisverbandes in seiner Festrede. Ihm habe nicht zuletzt der Einsatz beim Hochwasser in Wilhermsdorf im Jahr 2021 eindrucksvoll bewiesen, wie unverzichtbar das Engagement und Fachwissen der ehrenamtlichen Wasserretterinnen und Wasserretter sei. Trotz aller Erfolge bleibt die Nachwuchsgewinnung eine Daueraufgabe. „Ein Wermutstropfen ist, dass es nicht einfach ist, Menschen zu finden, die sich ehrenamtlich einbringen wollen“, so Kretschmar.
Neuer Lebensretter an Bord: „Dolphin 3“ fährt ferngesteuert
Wie moderne Wasserrettung künftig aussehen kann, zeigte die Vorstellung des neuen Rettungsroboters „Dolphin 3“. Das ferngesteuerte System soll insbesondere dort eingesetzt werden, wo Rettungsaktionen für Einsatzkräfte selbst zum Risiko werden, etwa in der Nähe von Wehranlagen oder bei schwierigen Strömungsverhältnissen. Der kompakte Roboter kann eigenständig Personen mit einem Gewicht von bis zu 250 Kilogramm transportieren. Er verfügt über eine Livebildkamera, hat eine Reichweiten von bis zu 800 Metern und fährt mit einer Höchstgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern deutlich schneller, als ein Mensch schwimmen kann. Selbst dauerhaft hält er noch Geschwindigkeiten von rund zehn Stundenkilometern. Das robuste Gerät kann aus bis zu 20 Metern Höhe ins Wasser geworfen werden, ohne Schaden zu nehmen.
Erst seit rund einem Monat gehört der „Dolphin 3“ zur Ausrüstung der Fürther Wasserwacht. Dennoch hat er bereits seine Feuertaufe bestanden. Bei einem Einsatz in Fürth-Dambach unterstützte der Schwimmroboter erfolgreich die Rettung eines Menschen aus der Rednitz. Finanziert wurde die Anschaffung durch Mittel der Rotkreuz-Stiftung Fürth.
